Mit der Costa Fortuna zu den Lofoten

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Steile Berge, tiefe grüne Täler und kristallklares Wasser in helltürkis bis dunkelblau: Die Welt der norwegischen Fjorde und Schärengärten ist ein beeindruckendes Kreuzfahrtrevier, in dem es auf jeder Reise wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Während einer Norwegenfahrt reißt die Kette der Höhepunkte nicht ab. Das Landschaftsbild des Tausend-Insel-Reiches wandelt sich hinter jeder Kurve.

Kreuzfahrtschiff liegt im Dorf

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Ganz langsam schälen sich die Berggipfel aus dem morgendlichen Frühnebel als die „Costa Fortuna“ Kurs auf die kleine Fjordstadt Molde nimmt. Die ist in Form eines Fischerdorfes angelegt und schmiegt sich ans Ufer der weiten Mündung des Romsdalsfjords. Der Anleger für Kreuzfahrtschiffe befindet sich, wie in vielen norwegischen Städten, mitten im Ort. So kann man die Sehenswürdigkeiten des Dorfes bequem zu Fuß erreichen.

Begonnen hat unsere 15-tägige Norwegenreise mit der „Costa Fortuna“ vor fünf Tagen an der Columbuskaje in Bremerhaven. Bereits vor Corona haben viele Urlauber Gefallen an der entspannten Abreise „vor der Haustür“ gefunden, jetzt bieten verschiedene Veranstalter noch mehr Kreuzfahrten ab Bremerhaven an. Allein Costa ist in dieser Saison mit 25 Anläufen vertreten.

Unsere Reise-Route verheißt den Besuch einiger seltener angelaufenen Orte. Dazu gehört auch die kleine Fjordstadt Molde, die einiges zu bieten hat. Höchster Aussichtspunkt ist der Varden mit 407 Metern über dem Meeresspiegel. Von dort hat man eine imposante Fernsicht auf 222 teils schneebedeckte Gipfel. Wer keine Lust auf Wandern oder einen Ausflug hat und trotzdem eine schöne Aussicht erleben möchte, kann es mit der Masta Skybar im Scandic Seilet Hotel – dem höchsten Gebäude in Molde – versuchen. Von dort hat man einen guten Blick auf die Domkirche und das architektonisch interessante Aka-Fußball-Stadion, dessen Fassade komplett aus Granit und Glas besteht.

Malerisches Åndalsnes

Am frühen Nachmittag setzt die „Costa Fortuna“ ihre Fahrt durch den Romsdalsfjord ins Landesinnere fort. Bis zu 200 Kilometer ragen manche Fjorde ins Land hinein. Nach zwei Stunden erreichen wir das kleine Åndalsnes. Es hat nur 2200 Einwohner und liegt in einer spektakulären Naturkulisse, umgeben von steil aufragenden Bergen und malerischen Tälern.

Das Gebäude des Info-Zentrums wirkt sehr futuristisch und liegt direkt gegenüber vom Anleger für Kreuzfahrtschiffe. Auch der Bahnhof und das Norsk Tindesenter (Bergsteigerzentrum) sind schnell erreichbar. Den ganzen Sommer über ist die Region Romsdal ein Paradies für Kletterer und Bergwanderer. Der fischreiche Fluss Rauma, der hier in den Isfjord mündet, lockt Angler aus aller Welt an. Europas höchste Steilwand, die rund 1700 Meter hohe Trollwand, und der Trollstigen, eine Bergstraße, die sich in atemberaubenden Serpentinen zur Passhöhe auf 850 Meter windet, sind überaus sehenswert. Wer zu faul zum Laufen ist, kann die neu gebaute Seilbahn neben dem Infozentrum nehmen. Die führt direkt auf den 700 Meter hohen Berg Nesaksla. Den traumhaften Rundumblick auf unzählige Berge, Seen und den Romsdalsfjord, dessen Wasser silbern glänzt, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Spaß und Genuss an Bord

Auf Åndalsnes folgt ein Seetag, den wir für einige der zahlreichen Unterhaltungsangebote und das große Spa der „Costa Fortuna“ nutzen. Am Abend lassen wir uns wie jeden Tag lukullisch mit einem Mehr-Gänge-Menü verwöhnen, das von drei Sterneköchen für Costa kreiert wurde, oder genießen eine leckere Pizza mit hausgemachtem Büffel-Mozzarella, der in der Bordküche hergestellt wird. Schon bevor wir das Restaurant betreten, in dem unser Tisch reserviert ist, haben wir das Menü auf der Costa-App auf Deutsch gelesen und je nach Gusto ausgewählt. Der Kellner hat dieselbe App, und wir können so ganz problemlos bestellen.

Kaltwasser-Korallenriff vor den Lofoten

Gegen Mitternacht passieren wir den Polarkreis. Von nun an bleibt es 24 Stunden hell, und wir fahren ins Land der Mitternachtssonne, die Nordnorwegen in ein tiefes Orange-Rot taucht. „Trauminseln über dem Polarkreis“ oder schlicht „Archipel des Kabeljaus“ werden die Lofoten oft genannt. Die rund 170 Kilometer lange Inselkette im Atlantik gehört mit ihrem majestätischen Bühnenbild der Lofotenwand zu den faszinierendsten Teilen der norwegischen Küste. Von Januar bis April dreht sich dort alles um den Kabeljau, von dem Millionen Tonnen gefangen werden. Das Gros wird zu Stockfisch verarbeitet, d.h. auf großen Holzgerüsten in Wind und Sonne getrocknet, und dann ins Ausland verkauft. In Leknes geht die „Costa Fortuna“ vor Anker, und wir müssen tendern.

Leknes ist der zweitgrößte Ort auf der Insel Vestågøy und liegt im Zentrum des Lofoten-Archipels. Ein Tagesausflug führt uns nach Å (ausgesprochen wie Oh), der Ort mit dem kürzesten Namen der Welt. Manch einem Touristen kommt ein erstauntes „Oh“ über die Lippen, wenn er feststellt, dass es mit dem Auto hier nicht weiter geht, weil die Europastraße 10 (eine Autobahn) in Å endet. Das ganze Dorf ist ein lebendes Museum. Jedes Haus darf betreten werden, das nicht ausdrücklich als privat gekennzeichnet ist. Vom Bootsbauer über das Stockfischmuseum bis zur Lebertran-Fabrik ist alles vorhanden und kann besichtigt werden.

Und noch eine Überraschung liegt auf dem Weg zwischen Leknes und Å: In Ramberg gibt es einen großen Badestrand mit schneeweißem Sand, wie man ihn sonst in der Karibik findet. Des Rätsels Lösung ist, dass es sich um Korallensand handelt. Vor der Lofoten-Küste erstreckt sich ein über 40 Kilometer langes Kaltwasser-Korallenriff. Die bunten Kaltwasserkorallen sind die heimlichen, ungeschminkten Schönheiten der Tiefe. In Ballstad gibt es ein sogar ein Scuba Diving Center für die arktische Unterwasserwelt.

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Berühmt für seine zahlreichen Galerien und die Kunsthalle Kaviar Factory ist das kleine Fischerdorf Henningsvær nordöstlich von Leknes. Das ehemalige Industriegebäude ist heute eine Kunsthalle, in der nationale und internationale Kunst der Gegenwart gezeigt wird. Renommierte Künstler wie Ai Weiwei, Olafur Eliasson und Yoko Ono haben dort ausgestellt.

Luftfahrtzentrum in Bodø

Über Narvik führt der Weg nach Bodø. Zurzeit bereitet sich die Stadt, von der Fähren auf die Lofoten gehen, auf ihre Rolle als Europäische Kulturhauptstadt 2024 vor. Hauptattraktion in Bodø ist das Norsk Luftfahrtmuseum, das größte Nordeuropas. Einmal selbst Pilot spielen kann man in der Newton Flight Academy mit ihren Flugsimulatoren. Eine halbe Stunde für zwei Personen kostet ca. 44 Euro. Eine online-Reservierung vorab empfiehlt sich.

Eine Brücke singt das hohe C

Costa24

Auf der Rückfahrt geht es nach Måløy. Die kleine Stadt ist vor allem für ihre Brücke über den Ulvesund berühmt. Die ist mit 1224 Metern nicht nur besonders lang, sondern stimmt auch bei Wind aus einer bestimmten Richtung ein hohes C an.

Der Fjord aller Fjorde

Letzte Station und einer der Höhepunkte ist die über 100 Kilometer lange Fahrt der „Costa Fortuna“ durch den insgesamt 205 Kilometer langen Sognefjord zum Dörfchen Vik, in dem wir eine Stabkirche aus dem Jahr 1070 besichtigen. Auf der Rückfahrt durch den Fjord aller Fjorde, nord-östlich von Bergen, können wir noch ein letztes Mal die Schönheit der norwegischen Fjordlandschaft „inhalieren“ bevor es zurück nach Bremerhaven geht.

Reiseinformationen in Kürze

Das Schiff: Die „Costa Fortuna“  bietet auf 13 Decks Platz für über 3000 Passagiere in komfortablen Kabinen oder Suiten. Das elegante Schiff verfügt über eine neun Decks hohe Empfangshalle mit Panorama-Aufzügen, elf Bars und  vier Restaurants. Kinder bis 17 Jahre reisen in der Kabine der Eltern kostenfrei.

Für Unterhaltung an Bord sorgen ein dreistöckiges Theater, ein Casino, eine Diskothek, eine Shopping-Meile und zahlreiche Unterhaltungsangebote. Es gibt ein  großes Fitnesscenter mit diversen  Geräten und Kursen.  Das 1.300 m² großen Spa umfasst Wellnessanwendungen, Türkisches Dampfbad und Sauna. Eine Wasserrutsche, vier Swimmingpools (einer überdacht) und  mehrere  Whirlpools stehen ebenfalls zur Verfügung. Im  Squok Kinder-Club werden die Kleinen betreut.

Die Costa-App: Am besten schon zuhause herunterladen. An Bord in den Flugmodus gehen und dann über Wlan mit dem kostenlosen App-Netz des Schiffs verbinden. So kann man ganz bequem u.a. die Bord-Broschüren und  Tagesprogramme anschauen,  Ausflüge buchen sowie Speisekarten vorab lesen. Andere Internetverbindungen sind kostenpflichtig.

Mehr Infos unter:

www.costakreuzfahrten.de | https://billetter.romsdalen.no/en | www.luftfartsmuseum.no | www.newtonflightacademy.com | www.lofoten-diving.com

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Liane Ehlers
Liane Ehlers
Liane Ehlers war fast 20 Jahre verantwortliche Redakteurin für das Wochenendjournal der Nordwestzeitung in Oldenburg, der größten Tageszeitung im Weser-Ems-Gebiet. Neben Lifestyle, Wellness, Medizin und Ratgeber gehörte auch Reise dazu, ihr Lieblingsressort. Sie hat ihren Traum verwirklicht. Jetzt ist sie als freie Reisejournalistin für die NWZ und andere Medien unterwegs.

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